Die Mieten sind so hoch, weil der Kapitalismus nicht greifen kann

Das spricht dafür

Zu wenig Angebot verhindert Wettbewerb: Ein funktionierender Markt setzt voraus, dass Anbieter miteinander konkurrieren. In vielen deutschen Großstädten herrscht jedoch Wohnungsmangel. Vermieter konkurrieren kaum um Mieter, stattdessen konkurrieren Mieter um wenige Wohnungen => Preise steigen!

10.08.2026

Bürokratie und Regulierung begrenzen das Angebot: - lange Genehmigungsverfahren - komplizierte Bauvorschriften - hohe energetische Standards - Flächenknappheit - Einsprüche gegen Neubauten machen das Bauen teuer und langsam. Dadurch entsteht künstliche Knappheit.

10.08.2026

Mietpreisregulierungen können Investitionen bremsen: Nach Ansicht vieler Ökonomen können starke Mietpreisbremsen dazu führen, dass weniger gebaut wird, Modernisierungen ausbleiben und Investoren in andere Märkte ausweichen. => strenge Mietpreisbegrenzungen können zwar Mieter schützen, langfristig aber auch das Wohnungsangebot verringern

10.08.2026

Quellenhttps://www.oecd.org/de/publications/oecd-wirtschaftsberichte-deutschland-2020_93cb9ab8-de/full-report/component-3.html

Bauland ist stark begrenzt => Wohnraum lässt sich nicht beliebig vermehren. Gerade in Innenstädten sind Grundstücke knapp, neue Bauflächen entstehen nur langsam und die Nachfrage wächst schneller als das Angebot. Dadurch funktioniert der Preismechanismus nur eingeschränkt.

10.08.2026

Das spricht degegen

Wohnen ist kein normaler Markt, sondern Wohnraum ist ein Grundbedürfnis. Menschen können nicht einfach auf eine Wohnung verzichten. Dadurch besitzen Vermieter eine stärkere Verhandlungsmacht als Anbieter vieler anderer Güter.

10.08.2026

Renditeorientierung erhöht Preise: Investoren kaufen Immobilien, weil steigende Mieten und steigende Immobilienpreise Renditen versprechen. In begehrten Städten kann dies Kaufpreise erhöhen, was wiederum Druck auf Mieten ausübt.

10.08.2026

Spekulation Wenn Grundstücke und Wohnungen vor allem als Kapitalanlage dienen, werden Immobilien teilweise leer gehalten, auf Wertsteigerungen gewartet oder Luxuswohnungen statt günstiger Wohnungen gebaut. => Kapital wird dorthin geleitet, wo die höchsten Renditen zu erwarten sind und nicht unbedingt dorthin, wo der größte (soziale) Bedarf besteht.

10.08.2026

Der Markt versorgt nicht alle Einkommensgruppen: Ein Unternehmen baut bevorzugt dort, wo Gewinne hoch sind. Deshalb entstehen häufig hochwertige Wohnungen.

10.08.2026

Fakten

Deutschland baut seit Jahren deutlich weniger Wohnungen als benötigt. Hohe Baukosten, steigende Zinsen und langwierige Genehmigungen bremsen den Neubau.

10.08.2026

Quellenhttps://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/preise-fuer-wohnimmobilien-sanken-2023-deutlich-mieten-staerker-unter-druck-925398

Es gibt keine einzelne, sondern eine komplexes System aus Ursachen für hohe Mieten: vielfältige Ursachen für hohe Mieten: - Wohnraummangel - Bevölkerungswachstum in Städten - gestiegene Baukosten - höhere Zinsen - Materialkosten - knappe Bauflächen - langwierige Genehmigungen - zu wenig sozialer Wohnungsbau - Kapitalzuflüsse in Immobilien - Verlagerung der Nachfrage auf den Mietmarkt

10.08.2026

Quellenhttps://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/preise-fuer-wohnimmobilien-sanken-2023-deutlich-mieten-staerker-unter-druck-925398

Lösungsvorschläge

Marktwirtschaftliche Ansätze => Mehr bauen (mehr Angebot senkt die Preise) mithilfe: - schnellerer Genehmigungen - weniger Bürokratie - mehr Bauland - Nachverdichtung - seriellem Bauen

10.08.2026

Soziale(!) Marktwirtschaft: Der Staat unterstützt Haushalten mit geringem Einkommen: - mehr Sozialwohnungen - Wohngeld - kommunaler Wohnungsbau - Förderung von Genossenschaften Vorteil: Hilft insbesondere Haushalten mit geringem Einkommen.

10.08.2026

Mischmodell als Kombination aus: - mehr privatem Neubau - gezielter staatlicher Förderung - effizienteren Genehmigungen - besserer Nutzung vorhandener Flächen - Unterstützung einkommensschwacher Haushalte statt flächendeckender Preisdeckel

10.08.2026

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